Schlafsack

Die Wahl des richtigen Schlafsackes ist bei mehrtägigen Outdoor-Aktivitäten sehr entscheidend. Schließlich verbringt man rund ein Drittel des Tages im Schlafsack. Hat man das Richtige Schlafsack-Modell gewählt, schläft man entspannt und kann sich von den Strapazen des Tages erholen. Wichtig ist, dass man sich auf die Temperaturangaben verlassen kann, denn sogar in deutschen Regionen kann es nachts empfindlich kalt werden. Denn Frieren ist oftmals viel unangenehmer als Schwitzen. Neben dem Temperaturbereich des Schlafsackes gehören bei der Verwendung im Outdoor-Bereich auch sein Gewicht und Packmaß zu den wichtigsten Eigenschaften.

Daune oder Kunstfaster?
Daunenschlafsäcke sind im Vergleich zu Synthetikmodellen mit gleicher Wärmeleistung 30 Prozent leichter und meistens kleiner verpackbar als Kunstfasermodelle. Außerdem sind Daunenschlafsäcke extrem kuschelig und halten vergleichsweise lange. Jedoch sind Daunenschlafsäcke meist teurer. Bei Daunenschlafsäcken ist es äußerst wichtig, dass sie jeden Morgen mindestens 40 bis 60 Minuten gelüftet werden. Ansonsten verliert das Füllmaterial schnell seine Isolationsfähigkeit. Fühlt sich der Schlafsack klumpig an und liegt nicht mehr so prall am Boden, sollte er sogar mehrere Stunden gelüftet werden. Nach dem Lüften ist er wieder voll leistungsfähig.
Kunstfaserschlafsäcke dagegen sind feuchtigkeitsunempfindlich und müssen kaum gelüftet werden. Außerdem sind Kunstfaserschlafsäcke meistens günstiger. Für Trekking-Touren im nasskalten Herbst und Frühjahr sind Kunstfaserschlafsäcke ideal geeignet.

Welcher Temperaturbereich für welche Jahreszeit?
Für Outdoor-Touren im Hochsommer genügen Schlafsäcke mit einen Temperaturbereich bis + 10°C und im Gebirge bis 0°C. Im Herbst und im Frühjahr sollte man bei Trekking-Touren mit einem Dreijahreszeitenschlafsack ausgestattet sein. Hier sollte die Wärmeleistung mindestens bis zu – 5°C betragen. Für Leute, die extrem schnell frieren oder ohne Kapuze schlafen wird jedoch empfohlen, von den angegebenen Temperaturen 10 bis 15°C abzuziehen.


Schlafsacktypen


Mumienschlafsack
Der Mumienschlafsack besitzt eine körpernahe Schnittform, die einer Mumie gleicht. Die Schnittform besitzt ein besonders hohes Wärmeretentionsvermögen bei vergleichsweise niedrigem Gewicht. Vorwiegend wird der Mumienschlafsack deshalb bei Übernachtungen im Zelt oder im Freien eingesetzt. Selbst bei extremen Temperaturen ermöglicht der Mumienschlafsack durch hochwertige Ausführungen mit aufwendiger Fütterung einen komfortablen Schlaf. Mumienschlafsäcke werden auch häufig bei Übernachtungen im Freien mit einem Biwaksack kombiniert, der Niederschlag abhält und als äußere Hülle zusätzlich wärmt.
Die Mumienform ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Eine davon ist die Eiform. Schlafsäcke in Eiform sind im Brust- und Hüftbereich breiter geschnitten als gewöhnliche Mumienschlafsäcke. So entsteht ein guter Kompromiss aus Wärmeretentionsvermögen und Schlafkomfort. Ein Ei-Schlafsack ist besonders für Personen die sich im Schlaf häufig bewegen bzw. umdrehen die beste Wahl.

Expeditionsschlafsack
Der Expeditionsschlafsack ist so konstruiert, dass er sich für Expeditionen und Höhenbergsteigen eignet. Teilweise muss der Schlafsack seinen Benutzer Temperaturen bis unter – 40°C schützen. Der Expeditionsschlafsack besitzt deshalb eine extreme Isolierung. Man unterscheidet zwischen Kunstfaser- und Daunenschlafsäcke.

Kunstfaserschlafsäcke eignen sich inzwischen im Extrembereich für Temperaturen bis zu – 40°C. Hier werden Kunstfasern verwendet, die eine extrem hohe Wärmeisolierung besitzen.
Kunstfaserschlafsäcke haben den Vorteil, dass sie unempfindlich gegenüber Wasser und Nässe sind. Sie Sind in der Regel jedoch ein wenig schwerer als Daunenschlafsäcke.

Daunenschlafsäcke besitzen gegenüber Kunstfaserschlafsäcken einige Unterschiede. Im Extrembereich erreichen Daunenschlafsäcke Temperaturen von bis zu – 50°C. Als Wärmeisolation werden Gänsedaunen verwendet. Häufig besteht nicht die komplette Füllung aus Gänsedaune. Darum wird bei der Füllung ein sogenanntes Mischungsverhältnis angeben. Das Mischungsverhältnis beschreibt die Relation von Daunen zu normalen Federn. Je höher der Daunenanteil, desto besser isoliert ist der Schlafsack. Jedoch macht Daune den Schlafsack druck- und feuchtigkeitsempfindlich. Für Expeditionen werden Mischungsverhältnisse von 90/10 bis 97/3 (Daune zu Federn) verwendet. Bei Daune gibt es aber Qualitätsunterschiede. Angegeben wird dies als Loft oder Fillpower. Ein hoher Loft bedeutet eine gute Isolation des Schlafsackes.

Innenschlafsack
Ein Innenschlafsack oder auch als Inlett bezeichnet, besteht meist aus Vlies, Seide oder aus einer Kombination dieser Stoffe. Verwendung findet das Inlett zum Einen, um den Temperaturbereich des Schlafsackes zu erhöhen und zum Anderen um den Schlafsack zu schonen. Der Vorteil liegt darin, dass die Feuchtigkeit während des Schlafes vom Körper abgeleitet wird und der Schlafsack vor Verunreinigungen geschützt wird.
Desweiteren eignet sich ein Inlett auch zum alleinigen Einsatz bei warmen Temperaturen.

Jugendherbergs-Schlafsack / Hüttenschlafsack
Ein Jugendherbergs- oder Hüttenschlafsack dient der Verwendung in Räumen. Er ist ungefüttert und besitzt meist eine rechteckige Form. Der Schlafsack besteht aus einem einfachen Stoff und dient ausschließlich hygienischen Zwecken. In Hütten und Herbergen ersetzt er meist die gewöhnliche Bettwäsche.


Bekannte Markenhersteller für Schlafsäcke sind

• Ajungilak
• Big Pack
• Carinthia
• Deuter
• Jack Wolfskin
• Salewa
• The North Face
• Vaude